Die meisten Menschen denken beim Begriff Bienen an die „Honigbiene“. Sie lebt in Bienenstöcken und ist ein wichtiges Nutztier des Menschen.

Weniger bekannt ist, dass neben den Honigbienen eine Vielzahl an Wildbienen gibt. Sie alle haben völlig unterschiedliche Nahrungsbedürfnisse und auch die bevorzugten Nistplätze wie das passende Baumaterial zum Bau ihrer Nistplätze ist sehr unterschiedlich.

In Österreich gibt es rund Wildbienen-Arten (!). Weltweit sogar rund 20 000.

Um Wildbienen nun optimal zu unterstützen, braucht es Nahrung in ausreichenden Mengen. Dazu sind heimische Wildpflanzen unumgänglich, da die Bienen im Laufe der Zeit sich an diese optimal angepasst haben und vielfach mit fremden bzw. gezüchteten Pflanzen nichts anfangen können. Desweiteren wird je nach Bienenart unterschiedliches Material für den Nestbau benötigt. Je vielfältiger der Garten ist und je mehr unterschiedliche Strukturen dieser aufweist, desto leichter werden die Wildbienen für Nachwuchs sorgen können. Besonders geeignet sind offene Flächen (frei von Bewuchs) aus Sand, Totholz in unterschiedlicher Form (Totholzhaufen, alter abgestorbener stehender Baum, Benjeshecke, alte Wurzelstöcke…) und markhaltige Stängeln (Brombeere, Himbeere, Holunder, Rosenholz,…).

Die Diversität an Wildbienen ist für den Menschen von großer Bedeutung, da sie wichtige Bestäuber sind. Wildbienen sind – verglichen mit der Honigbiene – die effizienteren Bestäuber, da sie gleichzeitig Nektar und Pollen sammeln und dabei einen intensiveren Kontakt mit der Blüte haben. Besonders bei frühblühenden Obstbäumen tragen Wildbienen wesentlich zur Bestäubungssicherheit bei, da einige Arten bereits bei sehr niedrigen Temperaturen fliegen.

Es gibt Seiden- und Maskenbienen, Sandbienen, Furchen- und Schmalbienen, Mauerbienen, Wollbienen, Pelzbienen und Hummeln.
Die kleinste heimische Art – die Steppenbiene – misst übrigens gerade 4 mm, die größte, die Holzbiene und verschiedene Hummelköniginnen werden bis zu 30mm.

Lebensweise und Entwicklungszyklus

Fast alle Wildbienenarten haben ein kurzes Leben und werden nur drei bis sechs Wochen alt.

Die meisten Wildbienenarten (etwa 90%) leben solitär, d.h. das Weibchen erledigt das Brutgeschäft selbstständig ohne die Hilfe anderer Weibchen. Anders als bei Arten mit sozialer Lebensweise (Hummeln, Furchenbienenarten, Honigbiene) gibt es keine Arbeitsteilung und keine Vorratshaltung von Nahrung.

Die Weibchen der solitären Wildbienen haben nur wenige Nachkommen, meist 10-20, selten 40. Aus einem Ei schlüpft eine Larve nach wenigen Tagen, sie frisst innerhalb von 2-4 Wochen den ins Nest gegebenen Pollenvorrat, währenddessen häutet sie sich mehrmals. Häufig wird ein Kokon aus Sekreten gesponnen, es folgt eine längere Ruhephase – meist über den Winter. Erst im Frühjahr folgt die Verpuppung für 1-3 Wochen bis sie zu einem flugfähigen Insekt wird. Diese Entwicklung kann bis zu 1 Jahr dauern!

Viele solitäre Wildbienen werden nur 4-6 Wochen alt.

Das Nest

Im Inneren des Nestes befinden sich eine oder mehrere Brutzellen, in denen die Entwicklung abläuft. Bei fast allen Arten sind die einzelnen Brutzellen durch Trennwände (aus Erde, Pflanzenhaaren, Harz, Holz oder Drüsensekreten) voneinander abgegrenzt. Jede Zelle wird mit einem ausreichenden Proviant und einem Ei belegt. Häufig sind auch die Innenwände ausgekleidet.

Die in D, Ö, und der CH vorkommenden Bienenarten nisten zu

  • 50 % in selbst gegrabenen Gängen
  • 3 % in markhaltigen Pflanzenstängeln oder morschem Holz
  • 19 % in bestehenden Hohlräumen
  • 1 % frei stehende Nester aus Harz oder mineralischem Mörtel
  • 25 % sind Kuckucksbienen: schmuggeln die Eier in nestbauende Wildbienen
  • 3 % unbekannt

Um Wildbienen nun optimal zu unterstützen, braucht es also Nahrung in ausreichenden Mengen. Dazu sind heimische Wildpflanzen unumgänglich, da die Bienen im Laufe der Zeit sich an diese optimal angepasst haben und vielfach mit fremden bzw. gezüchteten Pflanzen nichts anfangen können. Desweiteren wird je nach Bienenart unterschiedliches Material für den Nestbau benötigt. Je vielfältiger der Garten ist und je mehr unterschiedliche Strukturen dieser aufweist, desto leichter werden die Wildbienen für Nachwuchs sorgen können. Besonders geeignet sind offene Flächen (frei von Bewuchs) aus Sand, Totholz in unterschiedlicher Form (Totholzhaufen, alter abgestorbener stehender Baum, Benjeshecke, alte Wurzelstöcke…) und markhaltige Stängeln (Brombeere, Himbeere, Holunder, Rosenholz,…).

Der Lebensraum von Wildbienen muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Er muss den von der Art benötigten Nistplatz aufweisen
  • Er muss Nahrungspflanzen in ausreichender Menge enthalten
  • Bei zahlreichen Arten muss außerdem das für den Bau der Brutzellen erforderliche Baumaterial zur Verfügung stehen.

Literaturtipp:

Wilde Bienen: Biologie – Lebensraumdynamik am Beispiel Österreich – Artenporträts, 2017, Heinz Wiesbauer, ulmer-Verlag